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AH-Tag 2019 – Das Lied vom Munotglöckchen

Der nicht zuletzt auf den seit langem bestehenden Riss zurückzuführende, wehmütige Klang der Glocke inspirierte Dr. Ferdinand Buomberger 1911 zur Dichtung des «Liedes vom Munotglöckchen», welches eine stark romantisierende Erklärung für die Entstehung des Risses liefert. Der Hinweis, dass auch hier jede historische Grundlage fehlt, erübrigt sich. Trotzdem – oder gerade deshalb – fand das Werk Eingang in das Schweizerische Liedgut und ist fast jedem Schweizer bekannt. Die Urheberrechte lagen beim Schaffhauser Musikinstrumente-Geschäft Marcandella. Als dieses 2010 in Liquidation geriet, wurden die Rechte am 1. Dezember 2010 öffentlich versteigert, für CHF 6’500 erwarb sie ein Musiker aus Beringen SH, der Schaffhauser Munotverein ging dabei leer aus. Seit 1. Januar 2017 ist der Text gemeinfrei.

Liedtext Das Munotglöcklein, getextet 1911 von Dr. Ferdinand Buomberger.

Auf des Munots altem Turme
schau hinaus ich in die Nacht,
über Dächer, über Giebel,
einsam halte ich die Wacht.
Leise rauscht des Rheines Welle,
leise rauscht des Kohlfirsts Wald,
doch im Herzen pocht und hämmert
meiner Liebe Allgewalt.

Refrain:
Klinge Munotglöckelein,
grüsse mir die Liebste mein,
klinge Munotglöckelein,
bim bam bim bam bim.

Auf des Munots weiter Zinne
sah ich sie zum letzten Mal,
wie sie scherzend, kosend tanzte
auf dem grossen Munotball.
Auf dem Turme musst ich wachen,
Gott, wie ist die Welt Betrug!
Ach man küsste mir mein Liebchen,
während ich die Stunde schlug.

Refrain: Klinge…

Als ich sah das frech Gebaren
zog ich wütend an dem Strang,
und ich schlug so fest die Stunde,
dass die kleine Glocke sprang.
Seither sind des Glöckleins Klänge
so von stillem Weh erfüllt,
dass den Menschen selbst im Städtchen
Trän’ um Trän’ dem Aug entquillt.

Refrain: Klinge…

So musst auch mein Liebchen hören
dieses Treubruchs harten Klang,
mög er allen falschen Mädchen
klingen in den Ohren bang.
Doch dir Glöcklein will ichs sagen,
aber schweige wie das Grab,
ich gesteh, dass ich das Mädchen
seither fast noch lieber hab.

Refrain: Klinge…

Romeo

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